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Nähen – schon klar…

Ihr wisst, wie das geht.
Aber vielleicht gehts noch ein bisschen leichter? Eventuell klappt das Anzeichnen noch ein bisschen genauer?

Ich möchte euch heute mein Handwerkszeug zeigen, mit dem ich (fast) jeden Tag arbeite, und das sich über die Jahre hinweg als nützlich erwiesen hat.

Ein kleiner Hinweis vorweg:

Die Investition in hochwertiges Werkzeug lohnt sich in der Schneiderei auf jeden Fall. Ihr erspart euch Frust, könnt genauer arbeiten und habt viel mehr Freude an eurem Hobby/Beruf.

1.: Anzeichnen

Kreide, Stift
Besonders bei kleinen Projekten und maßgenauer Kleidung, oder wenn ihr viele Teile zusammensetzen müsst, ist schon das exakte Anzeichnen wichtig.
Hier habt ihr viele Möglichkeiten.

> Oben: Schneiderkreide. Zerbricht bei mir immer schnell, bekommt ihr in drei – oder viereckigen Stücken, außerdem in verschiedenen Farben. Das dunkelblaue Kästchen rechts daneben ist ein > Kreideschärfer (Prym), sehr praktisch.
Mit einem Messer oder der Bastelschere gehts aber auch.
> Unten: Kreidestift, mit austauschbaren Minen. Anspitzbar mit einem ganz normalen Spitzer.

Kreideroller gesamt

> Mein Liebling, der Kreideroller (Prym)
Immer genau, wird nicht stumpf, liegt gut in der Hand, die Kreidekartusche ist austauschbar wenn sie leer sein sollte.

Auch toll für Leder (auf linker Lederseite anzeichnen, das Metallrädchen hinterlässt Spuren).

Kopierrad

> Kopier-Rädchen (Prym)

Zum kopieren bereits vorhandener Schnitte auf den Stoff (Schneider-Kopierpapier drunter legen), oder von Schnitten auf neues Papier, um sie danach zu ändern.

2.: Messen

Maßbänder

Maßbänder. Je mehr, desto besser 😉 Und die gibt es in vielen Varianten. (z.B. von Prym)

> Links: „normales“ Maßband, 150 cm

> Rechts:  „Taillenmaßband“, 150 cm – bei 0 cm habt ihr einen kleinen Haken, und von 60 bis 100 bei jedem Zentimeter ein kleines Loch.
Maßband an schmalster Stelle der Taille umlegen, einhaken, und weitere, von der Taille ausgehende Maße fröhlich messen. Nix verrutscht, das Maßband bleibt wo es ist.

(Es gibt Lot-Maßbänder, welche die in den ersten 10 cm versteift sind, überlange Maßbänder… eigentlich für sämtliche Messzwecke die ihr euch denken könnt 😉 )

Mäßchen Lineal

> Oben: Handmaß, 20 cm

Wenns ganz genau sein soll – die 0 sitzt direkt an der Kante, es ist handlich und sehr flexibel.

> Unten: Geo-Dreieck, 30 cm

Mit 1 cm – Rasterung.

Benutze ich für Nahtzugaben, zum Schnitte zeichnen, fürs Schrägband und und und…

– zwei Messwerkzeuge, auf die ich nicht mehr verzichten will.

3.: Schneiden

Je anspruchsvoller eure Projekte werden, desto stärker wird in euch der Wunsch nach guten Scheren. Soviel ist sicher.

Scheren 1

(Ganz oben: Zuschneideschere, Mitte: kleine Stickschere zum auftrennen und Fäden abschneiden, die Scherenblätter sind sehr spitz, Unten: die „Mittelgroße“ zum Nahtzugaben zurückschneiden usw, für ganz feine Stoffe (Organza usw) )

Scheren2
(Oben: Zickzack-Schere – schneidet eine Zickzack-Kante, schützt den Stoff damit vorm ausfransen, Unten: Papierschere)

Und JA, ihr braucht separate Scheren für Stoff und Papier 😀

Sobald ihr merkt, dass eure Stoffscheren stumpf werden, gönnt ihnen eine Reise zum Scherenschleifer eures Vertrauens. Mit stumpfen Scheren zuschneiden ist einfach nur frustrierend…

Nahttrenner

> Nahttrenner

Achtung, spitz! Wie der Name sagt: zum Nähte auftrennen. Bitte nicht mit zu viel Schwung, sonst habt ihr Löcher im Stoff, eurer Hand oder euren Klamotten.
Schneidematte

Nett zu haben, aber kein Muss: der Rollschneider (Prym – Olfa) (samt Metall-Lineal und Schneidematte (Prym – Olfa)).

Schrägband schneiden usw macht damit einfach mehr Spaß.

4.: Kommen jetzt endlich die Nadeln, oder was?

Ja, jetzt wird endlich genäht 😀

Hier gilt: je mehr, desto besser.
Nadeln

V.l.n.r.:

> Nähmaschinennadeln – welche in eure Maschine passen, steht entweder an der Maschine selbst oder im Anleitungsheftchen.

Die meisten Haushaltsmaschinen laufen mit einer Einheitsgröße von Nadeln, die ihr überall zu kaufen bekommt.

An der Stelle möchte ich euch noch mal ausdrücklich von No-Name-Nadeln abraten. Legt lieber ein paar Euro drauf und kauft Marken – wie z.B. Schmetz, Organ oder Prym.

Die Vielfalt ist auch hier groß: Nadelstärken (70 bis 120), Nadeln für besondere Zwecke (Ledernadeln mit Schneidspitze, Jerseynadeln mit Kugelkopf, Zwillingsnadeln für Doppelstepp).

Macht euch die Mühe und wählt eure Nadel passend zu eurem Projekt aus.

Und, ganz wichtig, tauscht eure Nadeln aus. Öfter.

Sie werden stumpf, sie verbiegen sich, dann lassen sie Stiche aus oder der Faden reisst.

> Handnähnadeln:

Lang, kurz, dünn, dick, wieder mit Schneidspitze, mit stumpfer Spitze zum Sticken – für jeden Zweck gibt es die passende Nadel.

> Stecknadeln

Lang, schmal, sehr spitz, damit sie auch in den dichten Geweben keine Spuren hinterlassen.

Ihr braucht sie massenhaft. Abgesehen davon dass sie gerne auf Nimmerwiedersehen verschwinden, sich verbiegen und in jeder Packung ein paar stumpfe dabei sind.

Finger weg von denen mit Plastekopf. Einmal ausversehen mitgebügelt und ihr habt buntes Schmelz auf dem Stoff.

Nadelkissen

> Nadelkissen – selbsterklärend. Hinein mit den Biestern!

(Halbjährlich mal durchkneten, kleine Nähnadeln flutschen gerne unter den Stoff)

Aus der Kategorie „Nett, aber nicht überlebensnotwendig“:

Nadelbuch

> Nadelbuch

Nadeldose

> Schachtel für Stecknadeln

große Stecknadeln

> Große, lange Stecknadeln

(Wenn ihr viel mit dicker Wolle oder Kunstpelz arbeitet)

5.: Zum Thema Nähgarn:

Ihr kennt das schon – lieber Qualität als NoName-Billig.

„Normales“ Nähgarn ist aus Polyester, scheuer – und reissfest. (Stärke 120 o. 100)

Dickeres Garn für Ziersteppungen ist meist Stärke 30.

In den Altbeständen von Schneidern, Omas und Tanten findet sich noch die Knopflochseide und feines Seidengarn zum nähen.

Leinengarn bekommt ihr auch als „Sternchenzwirn“.

Heftgarn

> Zum heften macht sich Baumwollgarn am besten.

6.: Bügeln

„Gut gebügelt ist halb genäht“ – und das ist wahr!

Auch wenns euch vllt keinen Spaß macht, es erleichtert euch so vieles.

Vor dem Zuschneiden, die Nähte, die Kanten, wenn euer Werk fertig ist – bügeln gehört dazu.

Bügel

> Bügelbrett und -eisen.

Mein Bügeleisen mit Dampfstation leistet mir treue Dienste und ich muss nicht immer Wasser nachfüllen.

Aber ihr könnt auch die Uralt-Eisen ohne Dampf verwenden. Nehmt euch einen Blumensprüher dazu und reguliert die Temperatur, sonst braten euch die Dinger alles weg.

Ärmelbrett

> Ärmelbrett

(hier ein Beispielbild)

Sehr nützlich  – für Ärmel, wie der Name schon sagt, aber auch Hosenbeine.

7.: Kleine Helfer

Sich-Nadeln

> Sicherheitsnadeln, je mehr desto besser. In allen Größen.

(Einziehen von Bändern und Gummi, abstecken definitiv „rausrutsch-sicher“, markieren von Saumlinien, zusammenhalten von kleinen Schnittteilen, zusammengehörige Knöpfe sichern usw)

Fusselrolle

> Fusselrolle

Für eure Kleidung, für das Nähwerk, nach Fell-Fledder-Orgien, für den letzten Schliff, bei Samtfusseln auf dem Bügelbrett.

Fingerhut Pfriem

> Pfriem und Fingerhut

Mit dem Pfriem steche und erweitere ich Nestellöcher.

Aber auch zum auftrennen und zum umstülpen kleinere Nähwerke ist er praktisch.

Der Fingerhut ist selbsterklärend 😉

> Ohne Bild: Bienenwachs-Stück

Zieht euren Handnäh-Faden über das Bienenwachs (mehrmals) um ihn widerstandsfähiger/ gleitfähiger zu machen. Das ist gerade für gröbere, nicht so scheuerfeste Fäden (Wolle, Leinen) wichtig.

> Notizzettel, Bleistifte, Edding, Textmarker, Notizbuch

Gerade bei komplexen Projekten lohnt sich eine Planung im Voraus – Zeichnungen, Maße, Ideen, in einem Notizbuch sammeln hilft den Überblick bewahren.

Mit dem Edding könnt ihr auf euren Probeteilen z. B. anzeichnen, wo Taschen hin kommen sollen, wie lang der Ärmelschlitz wird oder auf welcher Höhe ihr einen Keil einsetzt.

8.: Und woher bekommt ihr das alles?

Einen Großteil der Sachen könntet ihr euch theoretisch im Pfennigpfeiffer, Kaufland, Euro-Shops und ähnlichen Läden beschaffen.

(Ist für einfache Maßbänder, Sicherheitsnadeln, Druckknöpfe etc. auch völlig in Ordnung.)

Qualitativ hochwertiges Zubehör gibts dort aber eher selten.

Ich empfehle euch Karstadt, Näh-Fachgeschäfte und Nähmaschinenläden. Die Firma Prym bietet ein großes Sortiment an Zubehör an.

Außerdem habe ich gute Erfahrungen mit Buttinette gemacht, und viele Onlineshops für Stoff haben einen Bereich für Nähzubehör.

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Wenn ihr das Gefühl habt, dass hier irgendwas fehlt, könntet ihr recht haben 😉 Denn:

Meinen Nähmaschinen und deren Pflege widme ich einen eigenen Blogeintrag.

Vielleicht konnte ich euch mit diesem Eintrag ein paar hilfreiche Sachen zeigen, und das Lesen hat euch wieder Spaß gemacht.

Es grüßt

Das Nadelweib

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